
Der Pass ruft-Tour 31.7. - 7.8.2011
Die Idee hinter dieser Tourenwoche war, so viele Pässe wie möglich in Tirol, Vorarlberg und Südtirol mit Freunden zu fahren. Unser Quartier haben wir in Ötz aufgeschlagen und zwar im sehr empfehlenswerten "Alpenhotel Oetz", wo Preis und Leistung stimmen und die Lage für unsere Touren genau gepasst hat.
Auch der Termin war ideal - vorher war das Wetter in Tirol sehr schlecht und grad unsere Woche war plötzlich gut! Am Freitag (5.8.2011) konnten wir die Oldtimer der Ötztal Classic aus der Nähe und in Action zu Gesicht bekommen. Hat alles gestimmt :-)
So. 31.7. - Wien -> Ötz - ca. 56km
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Gut gestärkt fahren wir durch Innsbruck und nehmen die Route übers traumhaft schöne Kühtai nach Ötz.
Die Strecke ist bestes "Roadsterfutter" und macht uns Lust auf die nächsten Tage. Auch das Wetter ist ein Traum - immerhin sind wir am Morgen bei leichtem Regen in Wien abgefahren und in Tirol ist der schönste Sommertag.
Los geht's von Ötz in Richtung Imst, aber noch vor Imst links weg in Richtung Pitztal. Dann den Wegweisern Richtung Pitztal und Kaunertal folgen und es geht über die wunderschön zu fahrende Straße auf das Kaunergrat. Ab Wenns heißt unser Hauptrichtung bereits Reschenpass.
Unser Wirt, ein begeisterter Motorradfahrer, hat mir den Tipp gegeben, die alte Reschenstraße zu nehmen, also fahren wir an der Kajetansbrücke in Richtung Schweiz. Der Tipp war ein Guter! Die alte Reschenstraße ist wunderschön und vollkommen frei von Schwerverkehr. So kommen wir auch zu einem kurzen Ausflug in die Schweiz.
Dann über den Reschenpass zum Reschensee. Der alte Ort Reschen mit der versunkenen Kirche ist eine Attraktion, auch wenn die Geschichte dahinter keine Lustige ist.
Dem Reschensee entlang fahren wir nach Süden und folgen den Wegweisern zum Stilfserjoch. Die Auffahrt ist sehr eng und in manchen Kehren haben andere Verkehrsteilnehmer aus flachen Ländern so ihre Schwierigkeiten. An ein flottes Vorankommen ist leider nicht zu denken- es sind auch die unzähligen Radfahrer mit zum Teil gefährlichen Manövern, die unsere Gruppe oft einbremsen. Immer wieder treffen wir auf der engen und steilen Auffahrt zum Joch auf Radfahrer, die scheinbar am Ende aller Kräfte die komplette Fahrbahnbreite brauchen um nicht umzufallen. So macht dieser Pass leider wenig Spaß.
Nach einer Pause am Stilfserjoch fahren wir über den Umbrailpass in die Schweiz. Eine wirklich schöne Straße (ca. 3km sind aus festem Sand, der Rest asphaltiert) in einer traumhaften Umgebung und es ist relativ wenig Verkehr.
Nach einer Kaffeepause geht's über den schön zu fahrenden Ofenpass und dann wieder zurück nach Österreich und wieder über das Kaunergrat nach Ötz.Wir starten wieder mal in Richtung Imst, umfahren Imst in Richtung Fernpass und recht bald kommt die Abzweigung zum Hahntennjoch. Auf einer schönen, kurvigen Straße geht es nach oben - erst noch durch Wald, aber bald sind wir oberhalb der Baumgrenze und was wir sehen ist zum Teil einer Mondlandschaft sehr ähnlich. Immer wieder durchfahren wir "Murenstriche" und es ist beängstigend, welche Steinmassen noch auf den Hängen liegen. Bei einem heftigen Gewitter möchte ich nicht da oben sein. Kühe kreuzen unseren Weg, Radfahrer zum Glück nicht.
Weiter durchs schöne Lechtal in Richtung Warth. In Holzgau machen wir Rast auf der Terrasse des Hotels "Neue Post". In Warth biegen wir nach Süden ab - in Richtung Lech und Zürs. Die Straße über den Flexenpass ist im Sommer wunderschön zu fahren.
Wieder im Tal angekommen fahren wir nach Westen - Richtung Bludenz durchs Klösterle. Auch hier wenig Verkehr, richtig schön zu fahren und wir genießen die sanften Kurven der Bundesstraße. Im "Hotel Traube" in Braz genehmigen wir uns kühle Getränke und Eis für Groß und Klein ;-)
Quasi an der Einfahrt zu Bludenz biegen wir nach links ab in Richtung Silvretta Hochalpenstraße. Bis zur Bielerhöhe ist die Straße wunderschön geschwungen - erst ab hier beginnen die Kehren. Am Silvretta-Stausee machen wir Pause, ein Gruppenfoto und genießen ein wenig das traumhafte Wetter und die relative Kühle im Gebirge. Die Abfahrt führt in Richtung Osten durch Galtür, Paznaun, Ischgl und viele andere Orte nach Landeck. Jetzt wird mir auch klar, warum von jedem die West-Ost-Richtung bei der Silvretta-Überquerung empfohlen wird. Der Anstieg ist schön und bietet am Ende einige gut ausgebaute Kehren und die Abfahrt führt über eine sehr lange Rampe mit wenig Windungen nach Landeck. Auch schön, aber als Abfahrt.
Kurz vor Landeck - in See - schicken wir eine SMS an Markus, einen MX5-Freund aus Feldkirch, der sich mit uns treffen will "sind grad durch See durch" - seine Antwort "Dort ist im ganzen Ort kein See ;-)". Er kennt sich aus. In Landeck SMSt er, dass er 1km hinter uns ist und wir funken Rikki und Gerhard an und sagen ihnen, dass gleich ein MX5 von hinten aufschließen wird und wir ihn mitnehmen. Kurz darauf kommt schon der Funkspruch "MX5 mit Kennzeichen ... hat uns eingefangen". Hat wunderbar funktioniert. Markus ist in die Gruppe integriert!
Am Abend feiern wir in kleinem Rahmen Uschis Geburtstag, dann begrillt uns Thomas der Chef des Hotels und dann kommt noch ein Tiroler Astronomie-Freund - Thomas Lener - mit seinem Fernrohr und wir blicken ein wenig in den wunderbaren Sternenhimmel des Ötztals.Wieder geht's über Kühtai - diesmal allerdings mit einer Pause am Speichersee Längental. Einfach nur darüber fahren wollen wir diesmal nicht. Es ist einfach schön an diesem Ort. Diesen Tag haben wir zum "Lady's Day" ernannt, aber außer Uschi und Eva fahren trotzdem wieder die Männer. Macht nix - Alex und Anette übernehmen den Job des Schrittmachers und Uschi hat richtig Spaß beim hinterherfahren. Auch an diesem Tag begegnen wir wieder Tieren auf und neben der Straße - Kühen, Pferden und im Ort Götzens zwei Schweinen!
Wir fahren auf der Brenner Bundesstraße über den Pass. Dabei fahren wir - so wie es sich für Roadster gehört! - UNTER der Europabrücke durch statt auf der Autobahn drüber. Weiter geht's bis Sterzing. Dort machen wird den vereinbarten Fahrerwechsel und wir übernehmen auch wieder die Führung für die Auffahrt auf den Jaufenpass.
Auch hier eine wunderschöne, relative enge, aber gut ausgebaute Straße. Vor uns leider ein paar große, schwarze SUVs, die ganz eigenartig auf den Berg fahren - vor jeder Kurve bremsen, langsam durch die Kurve und erst, wenn die Räder wieder exakt gerade stehen, ein wenig Gas geben. An Überholen ist nicht zu denken - die Straße ist eng, viel Gegenverkehr und bis 9 Roadster 3 SUVs überholt hat, bräuchten wir mehrere Berge. Ärgern hilft auch nicht, also ruhig hinterherfahren fahren.
Vor der Passhöhe machen wir bei Sonnenschein Rast im Jaufenhaus. Während wir essen, ziehen ein paar Wolken auf und als wir fertig sind ist es fast komplett bedeckt. Und wir wollen noch übers Timmelsjoch! Also brechen wir recht hurtig auf und fahren über die Passhöhe und dann weiter aufs Timmelsjoch. Das Wetter wird leider immer schlechter, aber bleibt noch trocken. Am Timmelsjoch - immerhin auf fast 2.500m Seehöhe - machen wir Rast, ein paar Fotos und schon ist der Nebel mit Regen da. Und plötzlich ist es auch empfindlich kalt.
Die Heimfahrt nach Ötz nehmen wir flott unter die Räder. Bis zur Mautstelle kommen wir noch fast trocken, aber dann geht's so richtig los. In Sölden überlege ich kurz, ob wir nicht in eine Tiefgarage fahren sollten. Es schüttet heftig. Wir fahren trotzdem weiter und kommen im strömenden Regen gut und sicher in Ötz an.
Do. 4.8. - Ötz - Fernpass - Neuschwanstein - Plansee - Schloss Linderhof - Telfs - Ötz - ca. 235kmDa an diesem Tag das Wetter schon am Morgen sehr schlecht ist und die Vorhersage nicht rosig ist, entscheiden wir uns nach Bayern zu fahren und Schloss Neuschwanstein zu besichtigen. Zur Auswahl stand auch nach Meran zu fahren. Sowohl im Norden, wie auch im Süden sollte es besser sein. Letztendlich war für mich ausschlaggebend, dass der Weg nach Meran über das Timmelsjoch führt und wenn es im Tal schon kalt und nass ist besteht auf 2.500m Seehöhe die Gefahr von Schnee und unsere Autos sind im August natürlich alle mit Sommerreifen unterwegs. Das Risiko war mir zu hoch, darum auf nach Füssen.
Unser Weg geht schon wieder Richtung Imst, an Imst vorbei und auf den viel befahrenen Fernpass. Hier ist wirklich viel los und auch viel Schwerverkehr unterwegs. Am Fernsteinsee wollte ich ursprünglich eine kurze Pause einlegen, aber der Parkplatz erscheint voll und der See ist belagert von japanischen Touristen. Zumindest sieht es von der Straße so aus. Wahrscheinlich haben ein paar Busse ihre menschliche Ladung hier abgesetzt. Also weiter.
Da auch Tunnels im Roadster nicht so lustig sind, umfahren wir den Lermooser Tunnel durch das idyllische Biberwier und Lermoos und trotz Regens ist es schön. Der kleine Umweg zahlt sich aus.
Weiter nach Füssen. Kurz vor Füssen übernimmt Alex die Führung, weil er schon mal hier war und die Stadtdurchfahrt kennt. Trotz einiger Kreuzungen erreicht die Gruppe problemlos Neuschwanstein. Auf der Suche nach einem Parkplatz fahren wir an der Schlange vorbei, die an der Kassa wartet und entscheiden uns spontan, dass wir Neuschwanstein bleiben lassen. Die Menschenschlange ist geschätzte 200m lang! Auf einem Platz eröffnen wir kurzer Hand einen "Beratschlagungsplatz" und manche nutzen die Möglichkeit gleich um Flüssigkeit loszuwerden. Die Entscheidung steht schnell fest, Alex führt uns zu Schloss Linderhof.
Diesmal sind wir sehr schnell aus Füssen raus und schon nach kurzer Zeit am traumhaft gelegenen Plansee. Das Wetter ist in der Zwischenzeit auch schon viel besser und so machen wir am Ostende des Sees im Hotel Forelle eine ausgiebige Pause. Die Straße nach Schloss Linderhof ist ein Traum - sanft geschwungen, relativ eng aber immer recht übersichtlich geht es durch den Wald. Diese Straße hat so was wie "groove" - zoom zoom :-)
In Linderhof scheint schon die Sonne und es wird schnell richtig warm und noch ist der Publikumsansturm nicht so stark. Bis zu unserer Führung durch das Schloss bleibt uns 1 Stunde, die wir für eine Besichtigung der Venusgrotte nutzen. Danach geht's ins Schloss.
Dann führen wieder wir und es geht weiter Richtung Garmisch und dann Mittenwald. Dann überqueren wir zum xten-Mal die Grenze und fahren weiter auf der L14 Richtung Leutasch, dann Richung Seefeld und dann Richtung Telfs wieder ins Inntal. Diese Straße ist auch eine Empfehlung - wenig Verkehr, wunderschön gelegen und schön zu fahren.
Danach "nur" mehr durchs Inntal zurück nach Ötz.
Fr. 5.8. - Ötz - Innsbruck - Wattens - Innsbruch - Oilers69 - Ötz - ca. 139kmDer Freitag beginnt mit schlechtem Wetter und wir sollten auch bis spätestens 16.00 Uhr wieder zurück sein, weil danach die Zufahrt zum Hotel praktisch nicht mehr möglich ist. Grund ist die Ötztal Classic.
Aus diesen Gründen wollen wir nur in der Nähe ein paar Dinge besichtigen - Ötzidorf, den Stuibenfall und den Piburger See. Eva und Robert fahren geplanterweise gleich nach dem Frühstück in die Therme nach Längenfeld. Als wir abfahren ist es dicht bewölkt, aber trocken. An der Ortausfahrt beginnt es stark zu regnen und wir beratschlagen uns kurz auf einem Parkplatz, wenden und fahren nach Wattens in die Kristallwelten.
Die Kristallwelten sind unbedingt einen Besuch wert. Man sollte dafür mindestens 1 1/2 Stunden einplanen. Besser mehr. Es sind wahre Traumwelten, die hier geschaffen wurden. Leider haben wir uns einen Treffpunkt in nicht mal 90min. ausgemacht und die Gruppe geht "zersprengt" durch die Installationen. Als wir draufkommen, dass es für uns zu knapp wird, kann ich telefonisch niemanden erreichen, weil in den Kristallwelten keinerlei Empfang ist - einerseits ein Segen, weil dadurch die Ausstellung ungestörter zu genießen ist, andererseits grad jetzt störend, weil wir den letzten Teil sehr schnell absolvieren müssen, damit der Rest nicht zu lange auf uns warten muss. Und der gigantische Shop steht uns auch noch bevor! Der Shop ist eine Ausstellung für sich und braucht auch Zeit. Uschi findet einen hübschen Ring :-)
Auf der Rückfahrt macht ein Teil der Gruppe im Oilers69 an der Bundesstraße 171 kurz vor der Abzweigung ins Ötztal Rast. Muss man gesehen haben. Überall sind Teile von alten US-Cars verbaut, ein Raum ist mit Flugzeugteilen eingerichtet, die Burger sind sagenhaft gut und das ganze ist mehr ein Gesamtkunstwerk. Ansehen.
An diesem Tag gibt es schon früher Abendessen, weil die Ötztal Classic im Ort rumort. Wir haben auf der Terrasse und direkt an der Rundstrecke absolute Logenplätze. Alle Oldtimer fahren 2x an uns vorbei! Einfach schön anzusehen. Um 18.30 Uhr beginnt eine 7minütige, atemberaubende Flugshow von Hannes Arch, dem Weltmeister des Red Bull Airrace. Wahnsinn, was mit dieser Maschine in diesem engen Tal möglich ist. Und auch der Motorensound ist überwältigend.
Nach der 2. Vorbeifahrt der Oldtimer können wir die Autos am Parkplatz besichtigen. Immer wieder schön.
Leider ist es wieder Zeit für den Abschied. Alle reisen wieder nach Hause - die einen machen sich noch einen schönen Tag in einer Therme, die anderen besuchen noch schnell die Kristallwelten, wieder andere wollen noch ein paar Pässe "probieren". Wir entscheiden uns für einen Besuch von Freunden, die zu dieser Zeit Urlaub am Pressegger See in Kärnten machen.
Daher führt unsere Route nach Süden über das Timmelsjoch (schon wieder Nebel), den Jaufenpass und nach Sterzing weiter in Richtung Bruneck ins Pustertal. Bei Antholz verlassen wir diese Straße und überqueren den Staller Sattel, den ich schon lange mal fahren wollte. Die Besonderheit dieser Straße ist, dass sie pro Stunde nur für 15min. geöffnet ist. Der Grund ist, dass die Straße so schmal ist, dass kein Gegenverkehr möglich ist. Wir haben Glück und kommen ziemlich genau zum Beginn der "offenen Viertelstunde" an der Ampel an. Nach wenigen Minuten Pause geht es langsam, in der Kolonne, über die schöne Passstraße.
Erst durchs Gailtal nach Villach, dann nach Radenthein und über Bad Kleinkirchheim auf die Turracher Höhe. Im Murtal nach Murau und über den Sölkpass wechseln wir ins Ennstal. Hier weiter nach Admont, durch das Gesäuse und über Wildalpen nach Mariazell. Wegen des starken Regens entscheiden wir uns hier auf dem schnellsten Weg nach Hause zu fahren und fahren in St. Pölten auf die Westautobahn auf. Über Neulengbach und Tulln weiter zur S5 und ab nach Haus.
Zu Beginn war das Wetter wirklich schön und laut Vorhersage sollte es bis Wien durchhalten. Hat es aber nicht. Schon bei der Auffahrt auf den Sölkpass wird die Bewölkung ziemlich dicht. In Admont beginnt es leicht zu regnen. Im Gesäuse etwas heftiger. In Wildalpen schüttet es und kurz vor Mariazell wird es noch mal schlimmer. Macht aber nichts - es war trotzdem ein schöner Tag auf schönen Straßen mit recht wenig Verkehr :-)
Gruppenfotos>
Es war eine wirklich schöne Tourenwoche, in der wir viele der Pässe geschafft haben, die wir uns vorgenommen haben. Das Wetter war perfekt - mit ein bisschen weniger Glück hätte es ein Urlaub in der Therme werden können! Auch die Tatsache, dass wir direkt an der Strecke der Ötztal Classic waren, war perfekt. Werden mal sehen, was wir nächstes Jahr auf die Beine stellen!
Ein Kompliment an die Mitfahrer - es war mir eine Ehre, mit Euch fahren zu dürfen! So viele Kilometer mit bis zu 9 Autos und praktisch ohne Probleme und vor allem unfallfrei! Danke!
Herzlichen Dank an Rikki und Gerhard, die wieder den Schlusswagen gemacht haben und ohne die so eine Gruppe nicht derart stressfrei beisammen gehalten werden könnte.